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Facebook: Winklevoss-Zwillinge gegen Silicon Valley: der 200 Millionen Dollar-Streit
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Langsam aber sicher wird der Streit der Brüder Winklevoss gegen den Facebookgründer Mark Zuckerberg zu einer unendlichen Farce. Und Investoren und Unternehmer im Silicon Valley schütteln mehr und mehr den Kopf.Man erinnere sich (oder sehe sich den Film "The Social Network" nochmals an): die Zwillinge Winklevoss hatten die ursprüngliche Idee zu einem sozialen Netzwerk an der Eliteuniversität Harvard und heuerten dazu Mark Zuckerberg als Programmierer an. Dieser war kurz zuvor durch eine Campusversion von "Hot or Not" der Univerwaltung negativ aufgefallen und hatte schlagartig immense Bekanntheit in Harvard erlangt.
Nach wenigen Wochen verließ Zuckerberg die Winklevoss'sche Initiative und gründete seine eigen Variante, die wir heute als Facebook kennen. Und seither stehen die Winklevoss-Zwillinge in einem juristischen Streit mit Facebook und verlangen Millionen. $200 Millionen (umgerechnet €139 Millionen) in Facebookanteilen haben sie in einem früheren Vergleich erhalten, aber seither lassen sie nicht locker und verlangen mehr. Als Grund geben sie u.a. Täuschung durch Facebook an. Die noch immer private Firma sei viel mehr wert, als ihnen von Facebookvertretern gesagt wurde und deshalb wollen sie mehr. Ein Richter hatte diesen Grund vor wenigen Tagen als nichtig von Gericht verwiesen, da die Winklevoss – aus einer wohlhabenden Unternehmerfamilie stammend – und ihre Rechtsvertreter und Berater sicherlich vertraut mit Unternehmensbewertungen seien. Die Winklevoss wollen aber nach wie vor nicht aufgeben und berufen sich nun darauf, dass Facebook kritische Informationen zurückbehalten hat.
Wie auch immer, nicht nur Hollywood – in dem die beiden sehr schlecht wegkamen – sondern nun auch das "Silicon Valley" beginnt die Geduld zu verlieren. Nachdem schon der damalige Harvard-Präsident Larry Summers bei der Fortune Brainstorm Technologie Konferenz in Aspen die beiden Brüder wörtlich als "Arschlöcher" bezeichnete, werden kritische Stimmen aus der High-Tech Gegend zwischen San Francisco und San Jose in Kalifornien laut. Unverblümt folgen immer mehr Techgrössen wie der Redpoint Investor Satish Dharmaraj der Wortwahl Summers und verweisen darauf, dass im Silicon Valley nicht nur die Idee zählt, sondern die Umsetzung. Und Zuckerberg hat einfach perfekt die Idee umgesetzt. Letztendlich honoriert das Silicon Valley Verdienste.
Unter anderem wird den Winklevoss von Investor Shervin Pishevar vorgehalten, dass es besser gewesen wäre, "die beiden hätten ihre Energie und Ehrgeiz lieber in den Wettbewerb mit Facebook stecken sollen, anstelle vor Gericht zu verschwenden". Y Combinator Gründer Paul Graham (wir stellten ihn bereits hier vor) sagte an die beiden Winklevoss gerichtet: "Startup Ideen sind keine 1 Million Dollar Ideen – und hier ist der Beweis: versucht es doch einfach selber und probiert mal eine Idee an Investoren zu verkaufen."
Summers Darsteller im Film schliesst ein Treffen mit den beiden Brüdern mit den Worten ab:
"Harvard Studenten glauben daran, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen wertvoller ist als eine Arbeitsplatz zu finden. Ich schlage Ihnen beiden somit vor eine neue Projektidee zu entwickeln…dass sie beide hier sind ist einfach nicht richtig. Es ist Harvard nicht würdig, das ist nicht was Harvard in ihnen beiden sah. Sie erhalten hier keine Sonderbehandlung."
Und das scheint die Meinung der Silicon Valley Elite zum Vorgehen der Gebrüder Winklevoss am besten darzustellen...


