Mitglieder
AirBnB - Urlaub daheim im Ausland
| Firmen - Startup |
Dieses drei Jahre alte Startup hatte in den vergangenen Tagen ein Quantum an positiver und negativer Presse zu ertragen. AirBnB, das ein populärer Marktplatz für kurzzeitig mietbaren Wohnungen, Häusern bis hin zu Booten und Schlössern in mehr als 181 Ländern ist, hatte erst vergangene Woche verlautet, dass in der letzten Finanzierungsrunde $100 Millionen (umgerechnet €68 Millionen) eingeholt wurden. Die Bewertung des Unternehmens liegt damit bei fast €700 Millionen. Vor allem in Anbetracht der ursprünglichen Zurückhaltung bei Wohnungsbesitzern und Investoren ist dieser Meinungsumschwung erstaunlich. Besitzer einer attraktiven Unterkunft können ihr Objekt für Mitglieder für einen Tag, eine Woche, oder anderen beliebigen Zeitraum als Urlaubsunterkunft anbieten. Aus einem Angebot von 110.000 Angeboten in 13.000 Städten können Reisefreudige Unterkünfte auswählen. Buchung und Bezahlung werden über AirBnB abgewickelt. Mögliche Investoren, an die AirBnB anfänglich herangetreten waren, hatten abgewunken und Wohnungsbesitzer das als durchgeknallte Idee bezeichnet. Das hatte sich aber rasch geändert und nun wollen alle teilhaben. Dieses Startup aus San Francisco war bislang so erfolgreich, dass sich bereits einige Nachahmer gefunden haben, darunter 9flats, Wimdu und Airizu.
Diese Woche gab es aber einige negative Presse, weil eine über AirBnB angebotene und für eine Woche vermietete Wohnung in San Franciso von den Mietern regelrecht auseinandergenommen und ausgeraubt wurde (siehe diesen längeren Blogeintrag der betroffenen Wohnungsbesitzerin). Küche und Mobilar wurden zerstört, Wände aufgebrochen, in versperrte Schränke eingedrungen und persönliche Habseligkeiten gestohlen oder verbrannt. Das Wohnjuwel wurde in ein Müllhaufen verwandelt.
Die erwartungsgemäss entsetzte Vermieterin war am Boden zerstört. Und das anfängliche Verhalten von AirBnB trug dazu nur bei. AirBnB verhielt sich zögerlich, und eine Reaktion und angemessene Hilfestellung kam erst durch das steigende Medieninteresse in Schwung. Während nun der AirBnB-Gründer und Vorstandsvorsitzende Brian Chesky sich höchstpersönlich um Wiedergutmachung kümmert, sind andere AirBnB-Mitglieder erst durch diesen Vorfall auf den genauen Text der Geschäftsbedingungen aufmerksam geworden, die AirBnB für Schaden nicht haftbar machen. Ein solcher Fall kann nun zur Folge haben, dass sich die Menge an angebotenen Unterkünften verringert, weil kein Mitglied mehr das Risiko eingehen will. Und damit bräche aber die Basis für den Erfolg von AirBnB zusammen. Ein Beispiel dafür, wieviele Geschäftsmodelle auf Vertrauen aufgebaut sind und falsche oder zu zögerliche Reaktionen hoffnungsfrohe Unternehmen sehr rasch in eine Todesspirale versetzen können.
Die nächsten Wochen werden somit interessant, da die Expansion in andere Länder durch die Nachahmerwebsites gefährdet ist, und weil dieser bedauerliche Vorfall schlechte Presse bringt und Aufmerksamkeit kostet. Zwar hat die Polizei einen Verdächtigen in Haft, es wird sich aber erst in den nächsten Wochen zeigen, wie sehr sich dieser Vorfall auf AirBnB auswirken wird.
Als Favorit markieren
Lesezeichen setzen
Als Email versenden
Hits: 812
Kommentare (0)

Kommentar schreiben



